Beatle, Schaukelstuhl, Dosenbier – und das ist alles gut gemeint
Als wir vor gut einem Jahr Ringos „Look Up“ empfahlen, haben wir T Bone Burnett dafür gedankt, dass er dem alten Liverpooler ein herrliches Country-Album auf den Leib geschneidert hat. Jetzt kommt die Fortsetzung – und wer gehofft hat, Ringo würde die Formel grundlegend verändern, kennt Ringo nicht. Warum auch? Die Besetzung ist weitgehend dieselbe: Burnett produziert, Billy Strings und Molly Tuttle sind wieder dabei, neu an Bord sind Sheryl Crow auf dem Titeltrack und St. Vincent auf dem frisch aufgepeppten „Choose Love“. Das Ergebnis ist eine entspannte, wohlig-warme halbe Stunde Americana, die ihre Wurzeln nicht verleugnet – und das mit Stolz.
„Returning Without Tears“ eröffnet mit Pedal Steel, keltischen Anklängen und Tuttle als Duettpartnerin, und schon ist man drin in dieser Welt. „It’s Been Too Long“ trabt mit schönem Groove vorwärts, „I Don’t See Me in Your Eyes Anymore“ holt Carl Perkins-Territorium ins Heute – eine Nummer, die Ringo und die Beatles schon immer geliebt haben, und man hört’s. Ja, es gibt auch zwei, drei Momente, die ein bisschen zu brav geraten sind. Aber so ist Ringo Starr: Der Mann macht seit Jahrzehnten Musik, weil er sie liebt, nicht weil er noch irgendetwas beweisen muss.
Innovation sucht man hier vergebens – und das ist völlig in Ordnung. Macht das Verdeck auf, rollt den Schaukelstuhl raus und lasst euch treiben.

