Willkommen in der Menschheit, Freunde
Hiss Golden Messenger schwirrt schon lange in unserem Universum – und das aus gutem Grund. Wir haben MC Taylor und seine Band damals für „Lateness Of Dancers“ genauso geliebt wie für das wunderbar lebensbejahende „Jump for Joy“. Und jetzt legt er mit „I’m People“ noch einmal nach. Immer wieder ein gutes Album zu machen ist halt auch eine Kunst. Taylor beherrscht sie.
Aufgenommen mit Produzent Josh Kaufman in Dreamland, einer stillgelegten Kirche vor den Toren von Woodstock, klingt dieses Album genau so, wie man sich das vorstellt: nach Musikern, die im Kreis zusammensitzen, während Buntglaslicht auf Gitarren und Kontrabass fällt. Warm, organisch, analog – und doch alles andere als altbacken. Der Opener „In The Middle Of It“ setzt sofort den Ton: Country-Rock mit lässigem Groove und dieser leicht nasalen Taylor-Stimme, die Musik die Zeit gibt, zu atmen. „Mercy Avenue“ ist das Herzstück des Albums – eine kleinteilige Alltagsgeschichte, die so beiläufig erzählt wird, dass einem die Tiefe erst nachträglich die Kehle zuschnürt. Und Gäste wie Bruce Hornsby, Sam Beam, Marcus King, Sara Watkins, Amy Helm und Eric D. Johnson bereichern die zwölf Songs nicht als Staraufgebot, sondern als echte Mitstreiter.
„I’m People“ ist eine Platte über das Menschsein in unruhigen Zeiten: über Herzschmerz und Euphorie, Vaterschaft und Älterwerden, über Hoffnung als einzig sinnvolle Antwort auf die Zumutungen des Lebens. Taylor selbst nennt es die „absolut schwarze Komödie des Menschseins“. Wer das kennt – und wer kennt es nicht –, ist hier richtig. Lecker und warm gespielt.

