Die Weilheimer kommen nach Hause – und nehmen uns alle mit
Man kennt das von The Notwist: Jedes Album ist ein Aufbruch in eine neue Richtung, und man weiß nie, wohin die Reise geht. Seit 1989 haben die Brüder Markus und Micha Acher und ihr Kern-Trio mit Cico Beck die Grenzen zwischen Indie-Rock, Elektronik, Avantgarde und Pop immer wieder neu vermessen. Und jetzt? Jetzt kommen sie nach Hause. Wortwörtlich: „News from Planet Zombie“ wurde in einer einzigen Woche im Münchner Club „Import Export“ live und gemeinsam im Raum aufgenommen – zum ersten Mal seit „12″ (1995) die gesamte Band zusammen im Studio. Man hört es. Die Musik atmet, hat raue Kanten, klingt lebendig.
Das Ergebnis ist ein extrem reifes Album – und das von einer Band, die schon lange alles bewiesen hat. Akustische Gitarren, Bläser, Dulcimer, Harmonium, japanisches Taishōgoto, natürliches Schlagzeug – ein elektroakustisches Klangbild, das weit entfernt ist von den technoid funkelnden Live-Feuerwerken der letzten Jahre. Wer die Band live erlebt hat und diese besondere Energie kennt, wird sich kurz neu orientieren müssen. Und dann: eintauchen. „Teeth“ eröffnet das Album atmosphärisch und meditativ. „X-Ray“ explodiert mit einer Energie, die frühere Notwist-Momente wachruft. „Silver Lines“ driftet in einen traumverlorenen amerikanischen Indie-Folk. Und dazwischen Neil Youngs „Red Sun“ als futuristischer Pastoralmarsch und eine Coverversion der Athens-Georgia-Folk-Pop-Band Lovers – beide wirken wie selbstverständliche Teile des Ganzen.
Markus Acher sagt, der Albumtitel sei eine Referenz an B-Movies und Horrorfilme – sein Bild für die verrückte Welt gerade. Aber das Album selbst ist keine Kapitulation, sondern das Gegenteil: warm, kollektiv, zärtlich wütend und irgendwie tröstlich. So, wie man es braucht.

