Nur Stimme. Nur Perkussion. Nur Oum.
„Dialddar“ bedeutet auf Marokkanisch so viel wie „hausgemacht“ – und das ist Programm: Die in Casablanca geborene, in Marrakesch aufgewachsene Sängerin Oum El Ghait Benessahraoui hat ihr fünftes Album komplett ohne Streich- oder Blasinstrumente aufgenommen, nur mit Stimme und Perkussion. Die Trommeln stammen allesamt aus Handarbeit aus Marrakesch, ihre Stimmung reagiert auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit – jede Aufnahme klingt deshalb ein bisschen anders, lebt im Moment. Zwei Gastauftritte gibt es: die palästinensisch-syrische Sängerin und Oud-Spielerin Kamilya Jubran bei „Flstyn“, Yousra Mansour bei „Mnine“. Wer Oum bisher kannte – und wir haben sie hier schon mehrfach empfohlen –, kennt diese Fähigkeit, Jazz, Soul und nordafrikanische Rhythmik zu etwas ganz Eigenem zu destillieren. Mit „Dialddar“ radikalisiert sie diesen Ansatz. Mutiger geht kaum.

