Willkommen zurück im Dreck
Eigentlich bräuchte man, nicht viel mehr zu sagen als: Es gibt ein neues Black-Keys-Album. Wer die beiden aus Akron, Ohio kennt und liebt, weiß ungefähr, was ihn erwartet. Und wer sie nicht kennt — nun ja, der verpasst gerade etwas. Aber ein paar Worte mehr sind trotzdem angebracht, denn „Peaches!“ ist nicht irgendein neues Album. Es ist das vierzehnte, und gleichzeitig so etwas wie eine Rückkehr nach Hause.
Der Hintergrund: Im Frühjahr 2025 erkrankte Dan Auerbachs Vater Chuck schwer an Krebs. Als Reaktion darauf zog sich das Duo in Auerbachs Easy Eye Sound Studio in Nashville zurück — nicht um ein Album aufzunehmen, sondern um zu spielen. „We weren’t making a record. We were just jamming,“ sagte Auerbach. „Really primal, in a moment when all the nerves were raw, just kinda screaming.“ Dass Chuck Auerbach kurz darauf starb, verleiht diesen Aufnahmen noch einmal eine ganz eigene Schwere.
Was dabei entstand, sind zehn Interpretationen obskurer Blues-Klassiker — von R.L. Burnside über Junior Kimbrough bis zu Wilko Johnsons Dr.-Feelgood-Nummer „She Does It Right“ — eingespielt live im Raum, mit wenig Overdubs, selbst gemischt. Knarzig. Rau. Immer noch The Black Keys. Genau so, wie es sein soll. Und wer sich noch an die alten Bongartz-Empfehlungen erinnert — „Brothers“ war damals ein leicht köchelndes Gebräu aus T.Rex, Howlin‘ Wolf und allem dazwischen — der wird erleichtert feststellen: Diese Kraft haben sie nie wirklich verloren, sie lag nur kurz unter ein paar kommerziellen Schichten begraben.
„Peaches!“ ist ihr stärkstes Album seit „Delta Kream“ (2021), und das ist keine kleine Ansage. Der Opener „Where There’s Smoke, There’s Fire“ macht sofort klar, wohin die Reise geht: knallend, federndes Groove-Fundament, Fuzz-Gitarre, fertig. Keine Experimente, keine Kompromisse. Musik als Ventil, Musik als Trost, Musik als das, was sie immer war: das Echteste, das zwei Menschen aus Akron, Ohio, je hatten.

