Norwegen, das klingt nach Morten Martens
Morten Martens aus Kristiansand, Norwegen, baut sich hier sein eigenes kleines Musikuniversum, irgendwo zwischen Soul der 60er und 70er, einem Hauch Doo-Wop, Hip-Hop-Drums und Gesangsstilen, die sich an den 90ern und frühen 2000ern orientieren. Das ist die Musik von jemandem, der viel gehört hat – und der das alles so selbstverständlich zusammensetzt, als wäre es nie anders gewesen. Ja, es gibt da einen melancholischen Grundton, eine Schwere unter der Oberfläche. Sterblichkeit, Realitätsflucht, die verschiedenen Gesichter der Liebe – das sind seine Themen. Aber Martens trägt das leicht. Nicht weil es egal wäre, sondern weil die Musik einen auffängt. „You & I“, der Opener, ist gleich so ein Moment: druckvolle Drums, kaskadenartige Klaviere, ein Liebeslied, das sich anfühlt wie ein Versprechen, das man wirklich glaubt. „Get Lost“ ist eine Einladung, die Realität hinter sich zu lassen – und man folgt ihr gerne. „Paradise“, der Abschluss, ist ein stilles Lied für einen verstorbenen Freund. Martens spielt fast alle Instrumente selbst, produziert, arrangiert, singt – und das klingt nie wie das Werk eines Einzelkämpfers, sondern wie eine Band, die sich blind versteht. Das New Yorker Label Big Crown Records hat ein gutes Gespür für solche Talente. „Fading Forward“ ist ein Album, das einen nicht loslässt – auch wenn man noch gar nicht genau sagen kann, warum.

