Das Duo beweist: Ihr sonniger Yacht-Rock funktioniert auch live perfekt
Manche Musik ist einfach dafür gemacht, gute Laune zu verbreiten. Young Gun Silver Fox haben das auf ihren Studioalben längst bewiesen, und jetzt liefern sie mit „Live From The Troubadour & Paradiso“ den überzeugenden Beweis, dass ihr seidiger Yacht-Rock auch auf der Bühne funktioniert. Aufgenommen in Los Angeles und Amsterdam, fängt dieses Doppelalbum die Band in zwei unterschiedlichen Settings ein – und in beiden Fällen klingt es, als hätte man eine Zeitmaschine zurück in die Siebziger aktiviert.Was sofort auffällt: Die Studio-Perfektion, für die das Duo Andy Platts und Shawn Lee bekannt ist, geht live nicht verloren. Der Sound ist warm, organisch und überraschend präsent, die Grooves sitzen wie angegossen. Songs wie „West Side Jet“ oder „Long Way Back“ entfalten auf der Bühne eine zusätzliche Leichtigkeit, die selbst die geschliffenen Studioversionen noch übertrifft. Die Bläserarrangements schweben butterweich durch den Raum, Platts‘ Stimme – eine Mischung aus Michael McDonald und Christopher Cross – klingt mühelos und charmant zugleich.Ja, es ist Musik, die man nicht unbedingt „braucht“. Sie verändert die Welt nicht, fordert nichts, provoziert niemanden. Aber genau das ist ihre Stärke: Young Gun Silver Fox schaffen es, pure Freude zu transportieren, ohne sich anzustrengen, aber auch ohne zu seicht zu sein. Dieses Live-Album ist wie ein perfekt gemixter Cocktail am Strand – vielleicht nicht nachhaltig, aber verdammt lecker.

