Zeitreise in die goldene Ära des Soul – und es fühlt sich verdammt gut an
The James Hunter Six liefern mit „Off The Fence“ ein Album, das klingt, als hätte man es 1962 in den legendären Stax Studios aufgenommen und dann 60 Jahre in einer Zeitkapsel versteckt. James Hunter hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Sound ist pure Nostalgie, aber niemals museal. Hunters warme, leicht raue Stimme erinnert tatsächlich stark an Sam Cooke, besonders in den ruhigeren Momenten. Doch während Cooke der Himmel war, bleibt Hunter erdverbunden – und genau das macht seinen Charme aus. Die Balance zwischen treibendem Rhythm & Blues und den geschmackvoll eingesetzten Bläsersätzen ist meisterhaft: Mal pushen Trompete und Saxofon die Songs nach vorne, mal legen sie sich wie eine warme Decke über die Melodien. Besonderes Highlight: „Ain’t That a Trip“, bei dem Van Morrison als Gastsänger auftaucht. Zwei Meister ihres Fachs, die sich gegenseitig inspirieren, ohne sich in die Quere zu kommen – das funktioniert, weil beide dieselbe musikalische Sprache sprechen. Überhaupt sind die Songs durchweg stark, Hunter hat einfach ein Händchen für Melodien. Was „Off The Fence“ auszeichnet, ist diese entspannte Selbstverständlichkeit. Keine Retro-Spielerei, kein krampfhafter Versuch, cool zu klingen. The James Hunter Six spielen einfach die Musik, die sie lieben – und tun das mit einer Könnerschaft, die einem das Herz aufgehen lässt. Das Album ist wie ein guter alter Freund: vertraut, verlässlich und mit der Gabe, den Tag ein bisschen besser zu machen.

