Zwanzig Jahre auf dem eigenen Weg – und das klingt einfach gut
Die Band of Heathens aus Austin, Texas, haben sich in zwanzig Jahren still und stetig ein Werk aufgebaut, das nach keiner Trendkurve schielt und genau deshalb zeitlos klingt. „Country Sides“ ist ihr zehntes Studioalbum, produziert von der Band selbst gemeinsam mit Jim Vollentine (u.a. Spoon, Patty Griffin, White Denim), aufgenommen in knapp einer Woche im bandeigenen Studio „The Finishing School“ – und man hört die Freiheit, die diese Unabhängigkeit mit sich bringt.
Die beiden Gründer und Co-Frontmänner Ed Jurdi und Gordy Quist haben dieses Mal bewusst die Country-Seiten ihrer Persönlichkeit nach vorne gestellt: mehr Pedal Steel als je zuvor, akustische Gitarren, die mit einem Wurlitzer-Piano tanzen, Bass und Schlagzeug, die einen vorwärtstreiben, ohne zu drängen. Kein Stück verliert sich in Nabelschau oder Retro-Pose. „High On Our Own Supply“, die Lead-Single, ist gleichzeitig Jubiläumsfeier und Mission Statement.
Die elf Songs auf „Country Sides“ klingen, als hätte man sie immer schon gekannt: vertraut, warm, makellos im Detail. Opener „No Direction“ – entgegen dem Titel ein strahlendes Liebeslied – setzt den Ton mit herzschlagähnlichem Schlagzeug und Pedal-Steel-Ornamenten. „Letting Go“ lässt das Album mit einem Gefühl von Auflösung und Würde enden, das einen sofort wieder auf Start drücken lässt. Irgendwo dazwischen: Americana, Soul, Folk und Rock ’n‘ Roll, alles aus einem Guss, alles ohne Label, das die Richtung vorschreibt.
Die Band of Heathens sind keine Entdeckung mehr – aber ein Reminder, warum handgemachte, ehrliche Musik immer noch so gut ist.

