Wenn Mostviertel auf Wien trifft: Dialektpoesie vom Feinsten
Die glockenhelle Stimme von Sigrid Horn und Ernst Moldens dunkles Timbre passen perfekt zusammen. Auf ihrem ersten gemeinsamen Album verweben die Mostviertlerin und der Wiener Alltagsbeobachtungen zu Liedern, die weit mehr enthalten, als man zunächst vermutet. Da wird die Feldarbeit besungen, das Gesicht eines Baumes, eine Fahrt auf der B666. Klingt provinziell? Ist es auch, aber im allerbesten Sinne. Horn und Molden haben die Kunst perfektioniert, aus Kleinigkeiten große Geschichten zu spinnen, in denen sich plötzlich das ganze Leben wiederfindet. Ihre Dialekte – Mostviertlerisch trifft Wienerisch – ergänzen sich zu einem sprachlich-musikalischem Kosmos zwischen Americana und österreichischer Erdung. Reduziertere Arrangements mit Ukulele, Klavier, Gitarre und Mundharmonika tragen diese Lieder über schwierige Zeiten und die Hoffnung, die bleibt. Keine gestelzte Kunstsprache, sondern echte, gewachsene Poesie, die einen subtil berührt und nicht mehr loslässt.

