Herrlicher Sommer im November
Hollie Cooks fünftes Album „Shy Girl“ entfaltet seine größte Kraft genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet – mitten im grauen November. Die Britin, die ihre musikalischen Wurzeln bei den Slits hat und seit Jahren als Botschafterin des Lover’s Rock gilt, liefert mit Prince Fatty am Mischpult erneut genau das, was sie am besten kann: warmen, seidigen Reggae, der nach Kokosnuss und Salz auf der Haut schmeckt. Ihre Stimme schwebt über entspannten Grooves und vintage Orgeln, Songs wie „Dance In The Sunshine“ oder das Titelstück sind kleine Sommer-Kapseln zum Aufsperren. Revolutionär? Nein. Tut das was? Auch nein. Denn manchmal braucht man einfach Musik, die einen sanft aus dem Alltag schubst und an einen Strand verfrachtet, den es vielleicht gar nicht gibt – und wenn sie im Herbst erscheint, ist das eben Trotz gegen die Dunkelheit.

