Mit 72 endlich das erste Album unter eigenem Namen
Manchmal braucht es ein halbes Jahrhundert, bis man endlich das macht, was man schon immer wollte. Don Was – Grammy-Gewinner, Produzent von u.a. der Rolling Stones, Bob Dylan, Bonnie Raitt und seit Jahren Präsident von Blue Note Records – hat nie ein Album unter eigenem Namen veröffentlicht. Bis jetzt. „Groove In The Face Of Adversity“ heißt es, und schon der Titel erzählt eine Geschichte: Als Teenager saß Was gelangweilt im Auto, während seine Mutter Besorgungen machte. Genervt drehte er am Radio – und dann kam Joe Hendersons „Mode for Joe“ aus den Lautsprechern. Die Musik verwandelte seine Stimmung in Sekunden. Die Botschaft: „Don, du musst im Angesicht der Widrigkeiten grooven.“ Diese Lebensphilosophie durchzieht sein gesamtes Schaffen.
Mit seinem Pan-Detroit Ensemble – neun Musiker*innen aus der Motor City, darunter Saxofonist Dave McMurray und Keyboarder Luis Resto – ist Don Was zurück zu seinen Wurzeln gekehrt. Stilistisch eine wilde Fahrt: Jazz trifft Blues, Reggae-Grooves verschmelzen mit Funk, dazwischen immer wieder diese typische Siebziger-Produktionsästhetik. Das Repertoire reicht von Hank Williams über Curtis Mayfield bis Cameo. Zu viel auf einmal? Ach was, Don Was hat sein ganzes Leben damit verbracht, Grenzen zu überschreiten – er tut es einfach weiter. “Groove In The Face of Adversity” ist Genuss in warmem, analogen Sound, viel Groove, tolle Bläser, alles da. Entspannt und genießt.

