Der Himmel kann warten
Mit 73 Jahren schlägt David Byrne eine 80-Millionen-Dollar-Offerte für eine Talking-Heads-Reunion aus und macht lieber, was ihm Spaß macht: Er singt über Buddha am Dessertbuffet, magische Anti-Aging-Cremes und darüber, dass wir alle unter demselben Himmel leben. „Who Is The Sky?“ heißt sein erstes Soloalbum seit sieben Jahren – zwölf kurze Pop-Songs, keiner länger als vier Minuten, aufgenommen mit dem New Yorker Ghost Train Orchestra. Das Ergebnis ist ein buntes Klangkaleidoskop aus Streichern, Bläsern, brasilianischen Percussions und Byrnes unverwechselbarer Stimme, die zwischen Mariachi-Swing und kammermusikalischer Eleganz tanzend von den Absurditäten des Alltags erzählt. Frisch verliebt klingt Byrne gelöst wie nie, was manche als zu leichtfüßig empfinden mögen. Doch genau darin liegt die radikalste Geste: In polarisierten Zeiten setzt er auf das Verbindende. Lachen ist therapeutisch, Liebe bleibt unerklärlich – und mit 73 darf man immer noch durch die Welt tanzen.

