Die Country-Rebellin liefert ein weiteres starkes Statement ab
Fast hätte ich es verpasst und das hätte in meiner Sammlung schon eine Lücke hinterlassen. „Hard Headed Woman“ ist eines jener Alben, die einen sofort packen und nicht mehr loslassen. Die Sängerin aus Nashville hat sich längst als eine der wichtigsten Stimmen im zeitgenössischen Country etabliert, und mit ihrem dritten Album beweist sie einmal mehr, warum das so ist.
Musikalisch bewegt sich Price irgendwo zwischen klassischem Honky Tonk, rohem Rock’n’Roll und politisch aufgeladenem Outlaw-Country. Die Produktion von Dave Cobb (Chris Stapleton, Sturgill Simpson) klingt erfrischend direkt und organisch – echte Instrumente, echte Menschen, echte Gefühle. „All American Made“ eröffnet das Album mit einer gehörigen Portion Wut und Ironie über den amerikanischen Traum, während „A Little Pain“ eine herzzerreißende Ballade über Verlust und Trauer ist. Price singt mit dieser rauen, leicht brüchigen Stimme, die gleichzeitig verletzlich und kämpferisch klingt.
Was „Hard Headed Woman“ von vielen anderen Country-Alben unterscheidet, ist die kompromisslose Ehrlichkeit. Price singt über Mutterschaft, über Sucht, über die Musikindustrie, über Politik – und sie tut es ohne falschen Pathos. „Loner“ erzählt von der Einsamkeit des Lebens auf Tour, während „Don’t Say It“ eine zärtliche Liebeserklärung ist, die ohne Kitsch auskommt. Die Texte sind klug, manchmal witzig, immer direkt.
Besonders beeindruckend ist die stilistische Bandbreite: Von der Gospel-inspirierten Hymne „Wild Women“ über den stampfenden Blues-Rock von „Hard Headed Woman“ bis zum psychedelisch angehauchten „Heart of America“. Trotzdem klingt das Album nie zerrissen oder konzeptlos – Prices Persönlichkeit und ihre unverwechselbare Stimme halten alles zusammen.
„Hard Headed Woman“ ist ein Album für Menschen, die ihre Musik gerne mit Haltung und Herzblut serviert bekommen.

