Drei Typen, eine Orgel, null Kompromisse
Als wir beim alten Bongartz-Laden das Debüt von Parlor Greens ins Programm nahmen, war schnell klar: Die drei haben etwas, das man nicht kaufen kann. Adam Scone an der Hammond B3, Jimmy James an der Gitarre, Tim Carman am Schlagzeug — damals noch frisch zusammengewürfelt von Colemine-Records-Chef Terry Cole, hatten nie zuvor zusammen gespielt. Und trotzdem: Sofort Feuer. Mit „Emeralds“ legen sie jetzt nach, und das Ergebnis ist genau das, was man sich erhofft, aber selten bekommt: ein zweites Album, das das erste nicht nur bestätigt, sondern übertrifft.
Das hier ist Orgel-Trio-Musik im besten Sinne — Soul, Funk, Jazz, ein Schuss Blues — aber keines dieser Schubladen-Worte trifft es wirklich. Der Opener „Eat Your Greens“ rollt wie ein überladener Güterzug an, der einfach nicht zu stoppen ist. „Letter To Brother Ben“ ist gospeliger Shuffle und bei „Red Dog“ leuchtet James‘ Gitarre, jetzt mit Verzerrung, irgendwo zwischen Junior Wells und Buddy Guy in einer Chicagoer Bar um Mitternacht.
Was „Emeralds“ von seinem Vorgänger unterscheidet, ist weniger das Können — das war von Anfang an außer Frage — als die Tiefe. Die drei kennen sich jetzt als Menschen und das hört man. Und im Abschlussstück „Queen Of My Heart“, das Jimmy James für seine kurz zuvor verstorbene Mutter schrieb, berührt das Trio etwas, das weit über Groove-Musik hinausgeht. Kein Wort wird gesungen und es braucht keines.
Dolly Partons „Jolene“ als Soul-Instrumental zu covern klingt nach einem schlechten Witz — und funktioniert trotzdem auf Anhieb. Weil Parlor Greens wissen, was sie tun. Und weil sie es mit Herz tun.

