Der Miterfinder von „867-5309/Jenny“ macht da weiter, wo die Großen aufgehört haben
Jim Keller, einst Mitgründer von Tommy Tutone, hat mit 50 das Songwriting wiederentdeckt – und liefert mit „End of the World“ sein viertes Album in fünf Jahren. Co-geschrieben mit Byron Isaacs (The Lumineers), produziert von Adam Minkoff (Graham Nash), ist das hier eine durch und durch erwachsene Rock-Platte: Roots, Soul, ein Schuss Reggae, dazu eine warme, leicht körnige Stimme, die an Southside Johnny erinnert. Zwölf Songs über Hoffnung, wenn die Welt gerade auseinanderfällt – süffisant, menschlich, erstaunlich leichtfüßig. „Love One Another“ groovt funky los, „Black Dog“ schiebt unterkühlten Blues, „Getting Over You“ bricht einem mit Piano und Orgel das Herz. Das hier ist ein wirklich schönes Spätwerk eines Mannes, der offenbar gerade die zweite, beste Phase seiner Karriere erlebt.

